Die BGE Themenwoche -Teil 2

Der erste Teil diese Beitrags ist hier auf der Webseite der Piratenpartei Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen zu finden.

Demonstration für das BGE in Chemnitz | CC-BY-2.0 BukTom Bloch via flickr

Unter dem Motto „Das BGE und die Industrie von morgen“ soll das Bedingungslose Grundeinkommen als nächster Schritt unserer gesellschaftlich kulturellen Evolution herausgestellt werden. Erkenntnisse, Erfindungen und Entdeckungen in der Menschheitsgeschichte haben zu der modernen Gesellschaftsform geführt, in der wir heute leben und waren unabdingbare Voraussetzungen für viele gesellschaftlich, kulturelle Errungenschaften, die heute unbestreitbare Grundlagen unserer Zivilisation darstellen. Viele dieser Grundpfeiler fielen nicht vom Himmel, sondern mussten oft hart erkämpft werden: Die Menschenrechte, das allgemeine Wahlrecht und die Gleichstellung von Mann und Frau sind nur einige Beispiele eines langwierigen Entwicklungsprozesses.

Unbestritten hat auch der industrielle Fortschritt in den letzten beiden Jahrhunderten wesentlichen Anteil an den gesellschaftlichen Standards, die heute niemand mehr missen möchte.

Im 19. Jahrhundert führte die erste industrielle Revolution von einer Agrargesellschaft zu einer Industriegesellschaft mit weitreichenden Folgen im Sozialen. Das Knappschaftsgesetz, die Krankenversicherung, die Unfallversicherung, die Invaliditäts- und Altersversicherung, die gesetzliche Rentenversicherung und die Einführung der Selbstversicherung erfolgten in den Jahren 1854 bis 1894.

Auch die zweite industrielle Revolution, die durch die Nutzung von Elektrizität gekennzeichnet ist, führte zu weiteren sozialen Standards wie dasKinderschutzgesetz, das Witwenrentengesetz, das Reichsknappschaftsgesetz und die Arbeitslosenversicherung. Mit der Einführung der Mikroelektronik begann um 1970 die dritte industrielle Revolution. Die Pflegeversicherung und die umstrittene SGB-II-Gesetzgebung (Hartz-IV-Gesetze) fallen in diese Epoche.

Digitaler Wandel

Seit etwa 15 Jahren ist mit der Einführung der Digitalisierung ein kontinuierlicher Umwandlungsprozess innerhalb unserer Industriegesellschaft festzustellen, der zu einer immer stärkeren und allumfassenden Vernetzung von Maschinen, Herstellungsabläufen und Produktionsprozessen führt. WissenschaftlicheStudien belegen, dass viele Berufe und Berufszweige in naher Zukunft überflüssig werden. Zwar werden auch neue Berufszweige durch die vierte industrielle Revolution entstehen, doch die Frage bleibt, ob für alle Erwerbstätigen ein ausreichendes Arbeitsmarktangebot gewährleistet werden kann. Sicher wird sein, dass sich der Trend, mehrere Berufe innerhalb eines Berufslebens auszuüben, wie es heute schon in der Arbeitswelt festzustellen ist, noch verschärfen wird.

Dieser hohen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der arbeitenden Bevölkerung muss mit einer neuen wirtschaftlichen und sozialen Komponente entgegengetreten werden. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen schafft die dafür notwendigen Freiräume. Lebenslanges Lernen, neue Tätigkeitsfelder, hohe Flexibilität und Stärkung der eigenen Kreativität sind, nach meiner Einschätzung, genau die Vorgaben, um die vierte industrielle Revolution für alle Menschen in unserem Land zum Erfolg werden zu lassen. Genau diese Chance haben wir Piraten erkannt.

 

Die Themenwoche “BGE/I4” findet vom  27.2.2016 bis 6.3.2016 statt. Den Stand der Organisation findet ihr im Wiki: https://wiki.piratenpartei.de/Themenwoche_BGE


Weitere Informationen

Gernot Reipen

Kontakt

Gernot Reipen ist 61 Jahre alt, seit 2012 Mitglied der Piratenpartei und seit dieser Zeit auch Koordinator der AG-BGE und aktiv bei den Sozialpiraten. Seine politischen Schwerpunktthemen sind: direkte Demokratie, bedingungsloses Grundeinkommen, Sozial- und Kommunalpolitik. Er ist Vorstandsmitglied im Kreisverband Ahrweiler (RLP), Themenpate für das bedingungslose Grundeinkommen im Landesverband Rheinland-Pfalz und Koordinator der AG-Kommunalpolitik-RLP.